“DarLoCab” ist der Name des Projektes, bei dem ich sehr wahrscheinlich als Freiwilliger bei der Kinder- und Jugendbetreuung helfen werde. Alternativ dazu gibt es in San Salvador de Jujuy noch das Jugend-Sozialporjekt “Ceres”, das ähnlich aufgebaut ist wie “DarLoCab” und die Schule für Taubstumme.
“DarLoCab” steht für Dario López Cabana, der zu Beginn der neunziger Jahre schon im Kindesalter sterben musste. Auf den Straßen von Jujuy geriet er in einen gewaltsamen Streit mit Straßenkindern, die ihn ausrauben wollten. Im Handgemenge um die paar Pesos, die Dario dabei hatte, wurde er dann mit einer Schere tödlich verletzt. Zwar waren solche Gewalttaten von Straßenkindern keinesfalls die Regel, aber diese besonders grausame machte auf das generelle Problem der verarmten Bevölkerungsschichten – besonders der Straßenkinder – aufmerksam. Schließlich war es die Mutter des ermordeten Dario, die auf erstaunliche Art und Weise handelte. Sie beschloss, sich nicht von Wut und Hass auffressen zu lassen, sondern reflektierte das Geschehene: Wie konnte es zu so einer Tat kommen? Was läuft falsch in unserer Gesellschaft? Warum wird in Sozialprojekten nicht präventiv gearbeitet?
Sie beschloss, ihre gut bezahlte Arbeit als Geschäftsfrau aufzugeben und sich ehrenamtlich aber Vollzeit den Straßenkindern ihrer Stadt zu widmen. Doch sie beschränkte sich nicht nur auf Straßenkinder, denn am wichtigsten war für sie, dass die gefährdeten Kinder aus den Armenvieteln der Stadt erst gar nicht auf der Straße landen und nicht der Kriminalität verfallen müssen. Ihr Konzept: Sinnvolle Freizeitgestaltung und Bildung als Präventionsprogramm gegen Drogen, Degeneration und Kriminalität.
Mittlerweile gibt es mehrere feste Mitarbeiter bei diesem Sozialprojekt in Jujuy. Doch man kann nie genug tun, um zu versuchen, den Kindern aus den Armenvierteln ein etwas angenehmeres Leben mit etwas mehr Geborgenheit, mehr Perspektive und Selbstvertrauen zu ermöglichen. Und da setzt die Arbeit von uns Freiwilligen ein. Unsere Aufgabe ist es, die Projekt-Mitarbeiter zu unterstützen. Zum Teil unter ihrer Anleitung und zum Teil mit Eigeninitiative übernehmen wir Freiwilligen die verschiedensten Aufgaben: Kinderbetreuung, Nachhilfe geben, bei den Hausaufgaben helfen, den Mitarbeitern bei Workshops helfen. Dabei kann jeder seine Talente im sportlichen und künstlerischem Bereich nutzen und sich als Freiwilliger selbst um eine sinnvolle und positive Freizeitgestaltung kümmern, die Selbstwert- und Gruppengefühl der Kinder und Jugendlichen stärkt (Beispiele: Schach, Jonglieren, Zaubern, Theater, Gute-Nacht-Geschichten vorlesen…). Außerdem ist jedes Mal in den Sommerferien eine sportliche Kinderolympiade geplant und es ist möglich als Freiwilliger einmal in der Woche in einer Schule für Taubstumme mitzuarbeiten und damit noch ganz andere Erfahrungen zu sammeln.
Neben den genannten Aufgaben bekomme ich persönlich die Möglichkeit, auf dem naheliegenden Fußballplatz im Armenviertel ein regelmäßiges Fußballtraining zu organisieren. Falls dieses Projekt guten Zulauf bekommt, entsteht vielleicht sogar eine Mannschaft, die dann bei Freundschaftsspielen oder Turnieren antreten kann (das ist jedenfalls eines der Ziele). Am wichtigsten ist hier aber die Vermittlung von Werten wie Fairness, Teamgeist und Disziplin (Hinarbeiten auf ein gemeinsames Ziel). Und: die Kinder und Jugendlichen sollen so lange wie möglich von der Straße weg.
Wer Interesse hat, speziell das Fußballprojekt in Jujuy zu unterstützen, kann gerne über mario.adam@wi-ev.de Kontakt mit mir aufnehmen. Wir würden uns sehr über Spenden für Bälle, evtl. Trikots und andere Trainingsutensilien wie Hütchen oder Leibchen freuen.
Vielen Dank für Euer Interesse!