Hallo alle zusammen! Ich bin jetzt erst 3 Tage in Jujuy und es gibt schon so viel zu berichten. Ich befuerchte, dass ich hier nur ein Drittel von meinen Erfahrungen in zumutbarer Laenge fassen kann.
Wir haben uns hier in Jujuy schon etwas umgeguckt und es gefaellt mir wirklich gut hier. Vom hochgeputzen Einkaufzentrum und alten schoen verzierten Verwaltungsgebaeuden und Kirchen bis hin zu sehr dreckigen Ein-Zimmer-Huetten gibt es hier echt alles. Die Marktstaende an den Strassenseiten bieten nicht nur alle moeglichen typisch argentinischen Produkte sondern auch sehr lebhafte und gepraechige Verkaeufer (jedenfalls oft, manchmal auch nicht). Es gibt Unmengen an Fussballplaetzen und man kann hier wirklich alle Dinge relativ guenstig einkaufen. Die Menschen sind oft sehr nett und man kommt leicht ins Gespraech, vor allem, weil man als “Weisser” sehr auffaellt und anscheinend auch interessant wirkt (in der Disco hab ich das auch schon zu spueren bekommen).
Die Stadt scheint riesig, da es fast keine Hochhaeuser gibt und alle in Flachbauten wohnen. Bei mittlerweile ueber 300000 Einwohnern ist das Stadtgebiet daher ziemlich gross. Gestern sind wir auf eine “Feria” gefahren. Das ist ein grosser Markt, auf dem es fast alles zu kaufen gibt, vor allem gefaelschte Markenklamotten. Hier kaufen meistens die Bewohner der “Villas” ein, die alle zur aermsten Unterschicht der Gegend gehoeren. Was mich sehr nervt hier, ist dass oft nichts anderes ausser Cola, Fanta und Sprite zu kaufen gibt, nicht einmal Wasser. Die Coca Cola Company kontrolliert hier voellig den Konsum der Einheimischen, in den Restaurants, auf den marktstaenden und den Kiosks. Obwohl hier noch spaeter Winter ist, sind es mittlerweile fast 30 Grad, mittags kann man kaum rausgehen.
Vor zwei Tagen, haben wir eine Tango-Show in einem Theater besucht. Es wurde eigentlich kaum getanzt, sondern nur gesungen und ein bisschen geschauspielert. Die Story war aehnlich wie die einer Telenovela, aber die Leute hier fanden es total toll und witzig, ein etwas anderer Geschmack halt. Das Theater war fast nur von der (weissen) Oberschicht besucht, die ziemlich viel Schmuck und teure Kleider trugen. Also das Gegenteil wie in der Villa, wo wir gestern waren, dort sind wir wegen unserer Hautfarbe sehr aufgefallen, alle dort sind indio-abstaemmig, teilweise wurden wir sehr bedrohlich angestarrt.
Gestern abend haben wir einen Gaucho-Umzug gesehen. Gestern und Heute ist hier naemlich ein besonderer Feiertag, anlaesslich der Befreuung der Argentinier von den Spaniern. Damals sind alle argentischen Gauchos (arg. Cowboys) gegen die Spanier in den Befreiungs-Krieg gezogen. Allerdings haben sie vorher selbst die ganze Stadt aufgegeben und abgebrannt, damit die Spanier sich in Jujuy nicht mehr so gut versorgen konnten. Zusammen mit den Soldaten der suedlicheren Staedte hatten sie dann gegen die Spanier ein leichtes Spiel und haben nachher die Stadt wieder aufgebaut. Zum Gedenken werden waehrend des Gaucho-Umzuges mehrere kleine Holzhuetten abgebrannt. Danach gab es ein Folklore-Konzert mit Regionalen Musik-Stars und ein grosses Feuerwerk. Heute ist die Praesidentin Kirchner zu Besuch und haelt eine Rede, von der manche hier vermuten, dass sie ihr Mann und der Fruehere Praesident Nestor Kirchner geschrieben hat, von dem man vermutet, dass er im Hintergrund die eigentliche Macht hat. Seine Partei hat sich angeblich einige Waehlerstimmen gekauft, indem sie geringe Mengen an Mariuhana und Haschisch legalisiert hat und die Fussballspiele der ersten argentischen Liga kostenlos im oeffentlichen Fernsehen anbietet. Fast alle scheinen die Regierung nicht sehr zu moegen, aber sie muessen sie mangels Alternative dann doch waehlen. Also wie in Deutschlad quasi.
Gleich gehen wir bei einer Bekannten der jetzigen FWs essen. Auf dem Weg dahin kommen wir bei meiner zukuenftigen Arbeitsstelle vorbei, ich bin shon gespannt.
Bis zum naechsten Mal, wenn ich mal wieder die Zeit finde, von hier zu berichten (ich hoffe bald
)
Euer Mario
Sehr schön zu lesen
!
Fang dir keine Krankheiten ein
Hi Mario,
Das ist ja großartig, was Du da machst. Ich war in dem Alter nicht so mutig, und ging, wie von meinen Eltern (be/em)pfohlen, zur Bundeswehr. Aus mir sollte ja mal was werden, und ich sollte mir keine Chancen verbauen. Das Resultat kennst Du ja.
Apropos Cloaka-Cola: Ja, wirklich erschreckend, hab’ ich auch andernorts gesehen. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, wie Großunternehmen die Bevölkerung durch Werbung abhängig machen. Z.B. Impfen, genauso überflüssig wie Cola. Ja diese Behauptung scheint Euch sicher kühn. Könnt ja mal hier anfangen: http://www.impfkritik.de, http://www.impfschaden.info
Ist halt das Cola für die “besser geBildeten Kulturen”. Sich professionell mit Gesundheit zu befassen, ist in Deutschland, und mittlerweile fast überall, ohne Pharma-Industrie nicht mehr möglich.
Ja, und wie immer, ist Dein humorischer Schreibstil herzerfüllend.