Lernen, lernen, lernen. Das war das Motto unseres Vortreffens, das am 12.05. bis zum 16.05. in einer schnuckeligen Kleinstadt im Südwesten Deutschlands (genannt Heidelberg) stattfand. Ungefähr 76 angehende Freiwillige, die mit der Weltweiten Initiative einen sozialpolitischen Entwicklungsdienst irgendwo im Ausland absolvieren werden, trafen sich an genannten Tagen mit mindestens 50 Ex-Freiwilligen und Betreuern von WISE, um sich auf die Vorbereitung ihres Einsatzes in Jugendsozialprojekten vorzubereiten. Ja richtig gelesen, auf die Vorbereitung vorbereiten. Denn zwei Monate Sprache lernen und Spendengelder sammeln, ein Ländertreffen mit allen Mit-Freiwilligen, die ins selbe Land reisen und ein 14-tägiges Vorbereitungsseminar im Juli folgen noch. Klingt aufwendig. macht aber Spaß. Da haben sich nämlich eine Menge angenehmer Menschen zusammengefunden.
Als erstes lernten wir unsere Namen kennen. Also nicht unsere eigenen, sondern die der anderen Freiwilligen natürlich. Eine Herausforderung war dabei, dass es manche einfach doppelt gab. Namen meine ich, nicht die Freiwilligen. Denn die Freiwilligen sind ja alle einzigartig. Wie jeder hier. Das brauchten die meisten gar nicht mehr zu lernen. Das weiß man oft schon so. Ich möchte mal behaupten, dass es niemanden gibt, der es geschafft hat, sich alle Namen in diesen fünf Tagen zu merken, aber wenn man bedenkt, dass wir noch etwas Zeit miteinander haben werden, ist das alles gar nicht so heikel. Wichtiger ist jetzt erstmal, dass wir auf dem Seminar gelernt haben, gegen was man sich impfen lassen sollte, wir wir am geschicktesten miteinander kommunizieren, wie ungefähr unser Projekt im Ausland aussieht, wie die Lebensverhältnisse dort sein werden und wie die Verwaltung und generell die Organisation unserer Einsätze aussieht. Das war schon ziemlich viel, ist aber noch längst nicht alles.
Wir haben zum Beispiel auch viel über wichtige menschliche Kompetenzen erfahren. Reflektieren von Erwartungshaltungen, Einfühlungsvermögen und Toleranz zum Beispiel. Für mich als Kölner war es eine unglaublich große Herausforderung, Menschen ernst zu nehmen, die Badisch, Sächsisch oder Bayrisch sprechen. Dass diese Menschen auch ganz gute Ideen haben können, da muss man erstmal drauf kommen. Das Schicksal treibt es sogar noch einen Schritt weiter. Ab September werde ich in im nord-argentinischen San Salvador de Jujuy (sprich: Chuchui) für 1 Jahr in einer WG zusammen mit zwei Bayern und einem Sachsen wohnen. Das bedeutet, dass ich gleich 3 Fremdsprachen auf einmal lernen muss! Aber ich habe beschlossen, dass ich mich der Herausforderung stelle und mich im Angesicht der Sprachverwirrung zur Not auch in Englisch mit meinen Mitbewohnern zu verständigen versuche. Aber das wird schon klappen, denn abgesehen von der Sprachbarriere sind die allesamt schwer in Ordnung. Sie heißen übrigens Theresa mit “h”, Michael ohne “b” und Sebastian. Sebastian ist quasi in letzter Minute zu uns gestoßen. Vorher hat er – wie ich übrigens auch – noch in ein paar anderen Ländergruppen vorbei geschaut. Und als er dann bei uns war, haben wir alle einfach so getan, als ob wir ganz nett wären und schwupsdiwups wollte er schon bei uns einziehen, wir haben nämlich noch einen Koch gebraucht und kochen, das kann er. (Das war selbstverständlich ein kleiner Spaß, der zur Belustigung der Leser beitragen soll. Wir sind natürlich wirklich sehr nett und haben überhaupt nicht die Absicht, Sebastians Kochkünste auszunutzen. Ich versichere, dass seine Aufgaben nur auf das Aufräumen, Abspülen, Renovieren, Müll raus bringen, Betten machen, Dachterrasse fegen und Fenster putzen beschränkt sind.)
Außerdem haben wir fast jeden Tag Plenums-Diskussionen gehalten und dadurch erfahren, warum Demokratie immer so lange dauert. An dieser Stelle möchte ich meinen Respekt vor denjenigen unterstreichen, die sich getraut haben, den meist undankbaren Part des Mitredners einer solchen Debatte zu übernehmen. Bei so vielen unterschiedlichen Menschen dauert sowas meistens mehrere Stunden. Und meistens haben alle Recht. Aber wir sind immerhin schneller zu Lösungen gekommen als der Bundestag.
Wo wir gerade bei Respekt sind: Die Betreuer (Vorstand, Länderkoordinatoren, Küche usw) haben echt eine verdammt gute Arbeit geleistet. Ich fühle mich unglaublich wohl, bei meinem Freiwilligendienst von der Weltweiten Initiative betreut zu werden. Wir haben in den fünf Tagen viel gelernt und gleichzeitig eine Menge Spaß gehabt. Im Ernst: ich habe noch nie einen so großen Haufen von sympathischen, mitreißenden und interressanten Persönlichkeiten gesehn. Ich bin dankbar, Teil dieser Gemeinschaft sein zu dürfen. Gemeinsam können wir was bewegen, vielleicht nicht viel, aber wenigstens uns und die, die uns in der nächsten Zeit nahe stehen.
In freu mich auf das, was kommt,
Euer Mario
Viva Argentina! Viva Alemania! Viva la vida!
das hast du sehr schön geschrieben !
ich merke, basti is gut aufgehoben in eurer WG!!
Big up richtig gut
Schöner Artikel! Ich freu mich schon auf meine Aufgaben. Und Hut ab ihr habt euch echt gut verstellt!!!
Wie Dani schon gesagt hat fühl ihc mich echt gut aufgehoben;). Und wegen Fremdsprachen: ihr werdet sowieso alle zum sächsischen bekehrt;).
LG vom Fensterputzer, Müllraustrager, Dachterassekehrer, Bettenmacher, Aufräumer, Abspüler und Renovierer aka Basti